Julie Batteux, Rebecca Arnold, Irina Pilhofer, Simon Pröbstl, Lena Probst, "HEAVY HEART OF GOLD", Group show

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Irina Pilhofer, o. T, Keramik, 35 x 35 x 6, 5 cm, 2020 (links unten); Rebecca Arnold, o. T, Bleistiftzeichnung auf Papier, 14, 8 x 21 cm; 50 x 70 cm, 2020; Julie Batteux, Meermutter I, Öl auf Leinwand, 120 x 120 cm, 2020 (links oben); Julie Batteux, Bad IV; Bad IX, Öl auf Leinwand, 30 x 70 cm, 2021 (rechts); Schrubber in Leinwand
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Rebecca Arnold, o. T, Bleistiftzeichnung auf Papier, 14, 8 x 21 cm; 50 x 70 cm, 2020 (oben ); Irina Pilhofer, o. T, Keramik, 35 x 35 x 6, 5 cm, 2020 (unten)
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Rebecca Arnold, o. T, Bleistiftzeichnung auf Papier, 14, 8 x 21 cm, 2020
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Julie Batteux, Bad IV; Bad IX, Öl auf Leinwand, 30 x 70 cm, 2021; Schrubber in Leinwand
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Julie Batteux, Bad IV; Bad IX, Öl auf Leinwand, 30 x 70 cm, 2021; Schrubber in Leinwand
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Simon Pröbstl, o. T, Öl und Pigment auf lose Leinwand, 73 x 110 cm, 2021; Lena Probst, o. T , Fellimitat, Pfeifenputzer, 60 x 120 cm, 2020
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Irina Pilhofer, Pegasus ( Serie: Feed me Camus ), Keramik, 35 x 35 x 6, 5 cm, 2020; Salamanos Hund I, Acryl auf Nessel, 120 x 100 cm, 2020
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Lena Probst, o.T, Fellimitat, Cocktailschirmchen, Gurt, Konfetti, 150 x 150 cm, 2020

„ortart“ präsentiert "HEAVY HEART OF GOLD“ im Rahmenprogramm der Jahresausstellung 2021 der
Akademie der Bildenden Künste Nürnberg fünf künstlerische Positionen von Studierenden der AdBK Nürnberg.
Die Positionen bewegen sich zwischen Malerei, Installation und Zeichnung. In der stummen Kommunikation der Exponate werden Reibungspunkte sowie Synergien spürbar.
Irina Pilhofer untersucht das Verhältnis persönlicher Erfahrungen und Narrative zu der eigenen Identität und integriert diese in einen malerischen Diskurs, der kollektive Erzählstrukturen und Werte behandelt. Ihre Praxis folgt einem Adaptionsprozess des Bildes, der sich in Formen von verschiedener Körperlichkeit und im Material ausdrückt, sowie ästhetisch und inhaltlich im Camp manifestiert. Indem sie dem Emotionalem und auch dem Banalen seine Berechtigung einräumt, reichert sie soziale Narrative mit einer gewissen Intimität und Vertrautheit an.
Julie Batteux experimentiert in ihrer Serie „Bad“ mit den scheinbaren Gegensätzen Nähe und Distanz, Intimität und Entfremdung. Das Badezimmer verortet Maskierung und Demaskierung. Julie Batteux vereint Privates und Inszeniertes in der Kulisse des Funktionsraumes der Reinigung und der Ästhetik. Ihre malerische Formsprache, die Alltagsgegenstände abstrahiert, zeigt die Hautfläche als glatte hüllengleiche Oberfläche. Die deformierten Körper werden im surrealen Zusammenspiel mit ihren vorhandenen oder fehlenden Umrissen zu Protagonisten der Badezimmerszenerie. Die Figuren existieren verletzlich und roh in der Verschmelzung mit dem Feuchtraum.
Unterschiedliche Materialien erhalten bei Lena Probst, sowohl durch ihre immanenten Eigenschaften, als auch durch ihre gesellschaftlichen, kulturellen und persönlichen Aufladungen, Bedeutung.
Lena Probst verarbeitet in ihren Werken schillernde Farben und popkulturelle Gegenstände, oft der unbrauchbar gewordene Überschuss einer materialistischen Gesellschaft. Das materielle Zeugnis eines besonderen Momentes trifft in seiner künstlerischen Verarbeitung auf industrielle Produktionsverfahren, hinter die sich die Künstlerin als Person zurückzieht.
Den Ausgangspunkt für Rebecca Arnolds Zeichnungen, die immer mit demselben Bleistift stringent durchgearbeitet werden, bieten archäologische Grabungszeichnungen. Archäologische Prozesse suchen immer nach einer inneren Logik, die Form, Farbe und Konsistenz des Bodens sind hier die unmittelbaren Bezugspunkte. In den Zeichnungen werden Formen und Figuren entkontextualisiert und erscheinen in einem Versuch der Neuverortung und spielerischen Bildfindung wie schwarze Brandlöcher auf der Papieroberfläche.
Simon Pröbstl schafft durch seinen Bezug zu bekannten Sujets, zum Beispiel aus der Architektur-, Landschafts- und Genremalerei, multiple Zugänge für den Betrachter. Diese Motive verknüpft er mit persönlichen Beobachtungen und Interessen.
Simon Pröbstl stellt dabei die Frage nach den Möglichkeiten im Umgang mit der Leinwand als Bildträger und den kommunikativen Wirkungen der Farbe. Der Anspruch einer persönlichen, künstlerischen Freiheit ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen, eröffnet ein interessantes Spannungsfeld.


ortart, Spenglerstr. 5, 90443- Nürnberg
Ausstellungsdauer:
7. 7 - 12. 9 2021